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Trainings-Bedarfsanalyse in E-Learning und Blended Learning

Vor der Planung eines Blended Learning oder E-Learning Trainings steht die Analyse, speziell die Trainings Bedarfs-Analyse oder auch aus dem Englischen TNA - Training Needs Assessment. Sie zeigt auf, welche Wissenslücken bei Mitarbeitern vorhanden sind, ob neue Produkttrainings angebracht sind oder ob Hard- oder Soft Skills bzw. Fähigkeiten und Verhaltensweisen trainiert werden sollten. Häufig entsteht Trainingsbedarf ganz direkt aus offensichtlichen Kenntnislücken und verbesserungswürdigen Fähigkeiten der Mitarbeiter sowie bei der Einführung neuer Produkte, bei Veränderungen im Unternehmen sowie bei Pflichtthemen wie Compliance.

Doch ist die Trainings Bedarfsanalyse auch wichtig für die Planung des gesamten Trainingsvorhabens, egal ob Präsenztraining, Blended Learning Training oder reines E-Learning in verschiedenen Formaten. Denn aus dem Trainingsbedarf ergeben sich die Lernziele und Feinlernziele, hieraus die Struktur und die Auswahl der Inhalte für die Schulungen sowie die Entscheidung darüber, welche Trainingsmethoden und -Formate eingesetzt werden.

Beispiel 1: unterschiedlicher Trainingsbedarf nach Lerner-Rollen

Der Trainingsbedarf und die Art der Durchführung des Trainings richtet sich nach den Lerner-Rollen, also der Jobrolle und den Aufgaben des Lerners bzw. der Zielgruppe. Ein einfaches Beispiel: in der Bestellannahme eines Call-Centers machen 80 Prozent der Mitarbeiter immer wieder die gleichen Fehler bei der Bedienung der Software. Auch kann noch etwas daran verbessert werden, wie mit Kunden umgegangen wird, die sich bei den Mitarbeitern der Bestellannahme beschweren, anstatt beim Kundenservice.

Nun könnte man alle Mitarbeiter in einer Versammlung zusammentrommeln und mit einer PowerPoint Präsentation zu beiden Themen informieren und hoffen, dass sie es in Zukunft besser machen. Doch wird dies wenig Erfolg zeigen. Bei beiden Themen ist eine Verhaltensänderung gewünscht, aber in ganz verschiedenen Bereichen. Welcher Code bei der Eingabe einer Bestellung eingegeben werden muss, wird am besten an einem Trainings-System in einer Simulation eingeübt. Hinterher kann es zur Erinnerung ein Hand-out geben. Alternativ kann ein kurzes interaktives Lernprogramm hierzu gestaltet werden, als einfache 2D-Simulation.

Beim Umfang mit unzufriedenen Kunden geht es um Softskills und Beschwerdemanagement. Um keine Kunden zu verlieren, die etwas bestellen würden, können die Mitarbeiter in der Bestellannahme die Kunden nicht einfach direkt weiterverbinden, daher müssen Sie lernen, Einwänden zu begegnen und entrüstete Kunden zu besänftigen. Die lernt man am besten in einem Präsenztraining mit Rollenspielen und gibt den Mitarbeitern außerdem einen Leitfaden an die Hand, mit Best Practice Beispielen. Als E-Learning kann man ein Szenario mit Dialog und verschiedenen Antwortmöglichkeiten anbieten.

Auch die Rollen der Lerner sind wichtig mit einzubeziehen. Können die Mitarbeiter der Bestellannahme und des Kundenservice im gleichen Training lernen, mit Beschwerden umzugehen? Nur bedingt, denn die Kundenservic-Mitarbeiter haben das Ziel, den Beschwerdegrund aus der Welt zu schaffen und den Kunden eine Lösung anzubieten. Die Mitarbeiter in der Bestellannahme sollten aufgeregte Gemüter eher abfangen und dann zur Bestellung lenken und im Anschluss erst an den Kundenservice verweisen.

Beispiel 2: Ist Ihr Schulungsbedarf für Kunden, Mitarbeiter und Vertrieb identisch?

Im Bereich IT bzw. Hardware und Software beispielsweise ist es ebenfalls wichtig, den Trainingsbedarf für verschiedene Rollen gut zu verstehen, bevor ein Training geplant wird. Sollen Kunden bzw. Anwender, die eigenen Vertriebsmitarbeiter oder das Marketing-Team geschult werden? Welche Lernziele gibt es für jede Rolle und welche Fähigkeiten und welches Hintergrundwissen sollen diese erlernen? Wenn es sehr viele Lerninhalte gibt - welche sind wirklich relevant für die jeweilige Rolle? Und welche Priorität hat jedes Lernziel? Wie wichtig ist die „Verpackung“ des Trainings? Gibt es weitere Faktoren die für oder gegen die Wahl für ein Präsenztraining, eine Online-Schulung oder ein Blended Learning Training sprechen? Nicht umsonst steht im ADDIE Modell für das Design von Trainings das „A“ für „Analyse“ an erster Stelle. Denn nicht das tolle Aussehen eines E-Learning Moduls ist ausschlaggebend, sondern die Relevanz und Anwendbarkeit der Inhalte!

Erst die Analyse, dann die Auswahl der richtigen Inhalte und Trainings-Formate

Die Nutzer wollen die für ihre Rolle wichtigen Informationen direkt erhalten, neues Wissen leicht erlernen sowie anwenden können. Wichtig ist es, dass die Lerner die Fähigkeiten, die sie brauchen, effizient erlernen können und nicht selbst die Arbeit machen müssen, etwas für sich mühevoll herauszuziehen. Es ist im Training einfach nicht effektiv, alle über den gleichen Kamm zu scheren. Damit E-Learning oder Blended Learning etwas bringt, sind maßgeschneiderte Inhalte unverzichtbar. Das beeinflusst nicht nur die Auswahl der Inhalte, sondern auch die Form der Präsentation, die Methoden und natürlich auch die Tiefe des Trainings.

Wenn Sie den Schulungsbedarf für alle relevanten Rollen definiert sowie die Lernziele für jede Rolle priorisiert haben, folgt erst die Auswahl der geeigneten methodisch-didaktischen Ausrichtung und die Auswahl der Darbietung der Lerninhalte. Lernpfad, Kompetenzlevel, ... fließen in die erste Planung mit ein. Danach erst sollte entschieden werden, welche Medien und Trainings-Formate sinnvoll sind. Letztenendes spielt es natürlich eine Rolle, wie der Trainingsbedarf und die Relevanz für die Zielgruppe im Unternehmen eingestuft wird und damit, welches Budget und auch wie viel Lernzeit für das Thema zur Verfügung gestellt wird.

 

Wie eine Trainings-Bedarfs-Analyse durchgeführt wird und was alles dazu gehört, lesen Sie in Teil 2 (derzeit in Arbeit).

Learnblend berät Sie auch zum Thema Trainingsbedarf und führt die Bedarfsanalyse mit Ihnen zusammen durch. Auch Workshops sind gerne möglich. Fragen Sie einfach unverbindlich nach, was Learnblend bei der Planung von Blended Learning, E-Learning oder Trainings für Sie tun kann. Die Kontaktdaten finden Sie unter „Kontakt“ oder schreiben Sie einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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