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Change Management Einführung E-Learning

Wenn Sie sich für eine technische Lösung sowie für Formate und Inhalte entschieden haben, geht es schließlich noch darum, wie Sie das neue Lernangebot in Ihrem Unternehmen einführen. Dies ist ein wichtiger Schritt, den Sie nicht vernachlässigen sollten! Ihre Mitarbeiter könnten Vorbehalte haben oder altgediente Mitarbeiter könnten neue Anforderungen sogar als Kritik verstehen oder einem computergestützten Lernangebot gar völlig verschlossen gegenüber stehen. Es ist außerdem wichtig, dem E-Learning Raum zu geben. Wo und wann können Lerner ungestört lernen? Haben Sie alle technischen Voraussetzungen an ihrem Arbeitsplatz und können sie sich Zeit ohne Unterbrechungen nehmen? Wie kommt das bei den Kollegen an?

Aus Erfahrung weiß ich, dass hier Probleme auftauchen können, die man vorher nicht unbedingt bedacht hatte

- Kollegen „gönnen“ anderen die Lernzeit nicht, bzw. unterstellen, dass diese sich vor der Arbeit drücken wollen
- Mitarbeiter sind unsicher, wie viel Zeit sie brauchen dürfen und ob Wiederholungen drin sind
- Mitarbeiter sehen den Sinn nicht und empfinden E-Learning nur als weitere Belastung und Quelle für Überstunden
- Mitarbeiter wissen nicht, welche Kurse sie in welcher Reihenfolge aus welchem Grund durchlaufen sollen
- Mitarbeiter fühlen sich überwacht

Durch Beratungsgespräche weiß ich aus erster Hand, dass es Unternehmen und Institutionen gibt, die sogar gesonderte Lernräume eingerichtet haben, die dann aber nie genutzt wurden, weil es gegenüber den Kollegen nicht gut aussah und zu blöden Bemerkungen führte.

Kurz:
Es geht hier auch um die grundlegende, strategische Einführung oder Weiterentwicklung der Lernkultur in Ihrem Unternehmen.

Lernmodule oder auch Foren, Wikis, etc. technisch verfügbar zu machen ist die eine Seite, doch diese zu verwalten, die Lerner zur Nutzung anzuregen und ihnen auch Raum und Zeit zur Verfügung zu stellen, ist eine Herausforderung an sich. Stellen Sie den Bezug zu den Inhalten her! Beantworten Sie das „warum“ im Vorfeld! Sorgen Sie dafür, dass die neue Lernplattform sogar mit Spannung erwartet wird! Machen Sie die Vorteile klar!

Es ist wichtig, für eine gute Kommunikation im Vorfeld der Einführung zu sorgen, Auftaktveranstaltungen einzuplanen und den Mitarbeitern den Umgang mit der Lernplattform zu erklären - und auch, was auf HR-Seite mit den Daten gemacht wird! Sie sollten Ihren Mitarbeitern auch den Sinn hinter Ihren Bemühungen veranschaulichen. Ich versichere Ihnen, dass ein E-Learning-Modul noch so gut sein kann - wenn ein Mitarbeiter als einzige Information von seinem Teamleiter gesagt bekommt „hier sind übrigens deine Anmeldedaten und der Link zur neuen Lernplattform, Du musst bis zum Jahresende die E-Learning-Kurse bestanden haben, die auf dort auf Deiner Liste stehen oder Deine Beurteilung wird negativ ausfallen“, wird er mit Sicherheit nicht offen dafür sein, gerne neue Fähigkeiten erlernen zu wollen. 

Sie sparen mit E-Learning im Vergleich zu Präsenztrainings eine Menge Zeit - doch geben Sie Ihren Mitarbeitern auch explizit die nötige Zeit für die entspannte Nutzung der E-Learning-Module!


Darüber hinaus sollte es möglich sein, Fragen zu stellen oder sich untereinander auszutauschen. Im E-Learning ist jeder Lerner zunächst einmal auf sich alleine gestellt. Daher sollten Sie für Ansprechpartner bei Fragen und Unsicherheiten sorgen, die direkt und kritiklos bei Fragen zur Verfügung stehen können. Self-Assessements sind ein weiteres Tool in diesem Zusammenhang.

Es gibt Mitarbeiter, die von sich aus sehr gerne, eigenständig und proaktiv lernen und sich auch selbsttätig weiterbilden, andere aber müssen an die Hand genommen werden. Für diese kann sich ein (internes) Coaching oder Mentoring lohnen, in welchem ein Lernplan für diese entwickelt wird und zwischendrin Fortschritte bespricht. Lerner unterscheiden sich auch darin, wie sie neue Informationen umsetzen und auf die Praxis beziehen. E-Learning kann durch praktische Bezüge zwar einiges hierfür bereitstellen, dennoch kommt es immer auf den Lerner an, was er anschließend damit macht. Hierfür sind Blended Learning-Formate eben sinnvoll, weil so in beide Richtungen Nachfragen möglich sind und der Trainer die Möglichkeit hat, zu beurteilen, ob die Inhalte angekommen sind und auf die Alltagsaufgaben transferiert werden. Diese Möglichkeit haben Sie im E-Learning eingeschränkt durch Quizze und interaktive Übungen, die über die üblichen Multiple Choice-Fragen hinaus gehen. Ergänzend können Sie o. g. Coaching oder Mentoring nutzen, Lerngruppen oder auch Buddys. Nutzen Sie Ihre vorhandenen internen Ressourcen, um das E-Learning lebendig zu machen.

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